Tag 1 - Start in Zürich, Do. 3. Okt. 2024
Route
Zürich - Sargans - Landquart - Chur - San Bernardino-Pass - Muralto
Wir packen unsere sieben Sachen in den BMW und fahren am frühen Abend mit unserem vollbeladenen Auto los.
Route
Zürich - Sargans - Landquart - Chur - San Bernardino-Pass - Muralto
Wir packen unsere sieben Sachen in den BMW und fahren am frühen Abend mit unserem vollbeladenen Auto los.
Südafrika ist ein wunderschönes und kontrastreiches Land. Der Schwerpunkt bei unserem Sight-seeing lag definitiv in der Natur und den diversen Parks. Im Gegensatz zu Südamerika und Südostasien gibt es in Afrika praktisch keine alten Gebäude. Das Land wurde von den Europäern um 1820 kolonialisiert und die meisten Gebäude sind daher entsprechend jünger. Während zwar die Region schon seit mindestens 300’000 Jahren von Hominidae (“Menschenartigen”), sprich unseren Vorfahren oder verwandten Spezies bewohnt wurde, hatten diese scheinbar keine Gebäude errichtet die erhalten geblieben sind und keine Hochkulturen mit monumentalen Gebäude gebildet, wie man es von den Inkas oder den Khmer kennt.
In den letzten paar verbleibenden Tagen möchten wir uns schlussendlich auch noch die Kalahari-Wüste ansehen. Mit diesem Ziel vor Augen verlassen wir Namibia und machen uns auf den Weg zum Kgalagadi Transfrontier Park
Um in den Kgalagadi Transfrontier Park zu kommen passieren wir in Rietfontein die Grenze nach Südafrika. Von dort aus gehts dann noch einige Kilometer in Richtung Eingang des Parks vorbei an kitschigen orangen Dünen und kleineren und grösseren Salzpfannen. Circa 30 Kilometer vor dem Park suchen wir uns eine Unterkunft. Unsere Wahl fällt auf die “Meercat Sanctuary”, eine kleine Lodge, welche nebenbei auch noch Erdmännchen hochpäppelt, wenn zum Beispiel die Elterntiere von Adlern gefressen werden. Die Unterkunft war nicht wahnsinnig toll, aber die günstigste in der Region und nahe am Park.
Nach dem wir uns den Richtersveldpark angeschaut haben machen wir uns also auf den Weg nach Namibia. Gleich neben der Rezeption befindet sich der südafrikanische Grenzposten. Nachdem wir die Grenzformalitäten mit den Südafrikanern erledigt haben, melden wir uns an der Rezeption des Parks ab, welche das Fährpersonal informiert. Wir überqueren den Grenzfluss mit einer kleinen Fähre und betreten also Namibia.
Nachdem wir die namibische Grenzkontrolle auf der anderen Seite passiert haben und die circa 20 Franken Autobahngebühren bezahlt haben, fahren wir ein grösseres Stück durch die Wüste „Namib“. Wir machen eine kurze Pause in „Aus“ um etwas zu trinken und uns die Beine zu vertreten. Die kleine Tankstelle verkauft auch SIM-Karten, welche aber mit der Schere auf iPhone-kompatible Grösse gebracht werden müssen.
Nach unserer sehr ungemütlichen und kurzen Nacht auf dem Zeltplatz in Springbok laden uns unsere neuseeländischen Freunde John und Chrissy zum Frühstück ein. Nach einer weiteren Runde angeregter Diskussion entscheiden wir uns dann doch weiterzufahren, vor allem weil der Wetterbericht eine weitere sehr kalte und stürmische Nacht voraussagt.
Wir fahren aber, vor allem wegen mangelnder Nachtruhe, nicht bis nach Namibia sondern nur bis in die Grenzstadt Violsdrift wo wir auf der südafrikanischen Seite dem Grenzfluss Oranje oder Orange River folgen bis wir zu unserer Unterkunft gelangen. In Kotzeshoop gönnen wir uns eine kleine Lodge mit Blick über den Oranje und geniessen das heisse Wüstenklima und das Oasengefühl das entlang des dünn bewachsenen Streifens auf beiden Seiten des Flusses aufkommt. Der Oranje ist nicht nur gut für wunderschöne Sonnenuntergänge sonder das viele Wasser des breiten Stroms mitten in der Wüste wird auch genutzt um auf beiden Seiten einen mehrere hundert Meter schmalen Streifen zu bewässern, auf dem Orangen und Trauben angebaut werden. Nach einem heissen Tag wird es in der Wüste Nachts aber sehr kalt und wir sind froh um unsere Lodge. Tags darauf beginnen wir uns Gedanken zu machen was wir alles auf unseren Wüstentrip mitnehmen sollen und stocken unsere Vorräte an Trinkwasser und Dosengemüse auf.
Auf dem Weg von Kapstadt nach Citrusdale kommen wir an Darling vorbei wo das Bier “Darling Brew” herkommt. Wir kennen aus Hluhluwe und von unserem Besuch in Stellenbosch bereits ein paar der Biere und beschliessen eine kurze Bierdegustation zu machen.
Bei der Degustation beschränken wir uns auf sechs verschiedene Biere von den insgesamt 14 Varianten. Die Biere haben üblicherweise ein Tier zum Vorbild, welches in Südafrika beheimatet ist. Das “Rogue Pony” ist dem Zebra gewidmet, der “God father” dem Gnu, und so weiter. Wir kannten bereits den “Bone Crusher”, sowie drei Varianten vom “Thunderbird”, welche alle mit anderen Hopfensorten gebraut wurden.
Beim degustieren haben wir also folgendes probiert:
– Silver Back: Dunkles Weizenbier, Rias Favorit, für ein schwarzes Bier eher fein mit überraschend wenig Malzaroma, dafür kommt das Weizenaroma gut zur Geltung
– Gypsy Mask: Ein Rotbier, Raphis Favorit, intensiver Geschmack, dennoch nicht bitter.
– Rogue Pony: Ein Pale Ale, jedoch nicht ganz so bitter wie man sich Indian Pale Ales (IPAs) sonst gewohnt ist. Ein guter Einstieg in die Welt der IPAs.
– Black Mist: Ein zweites schwarzes Bier. Black Mist hat nun definitiv einen Hauch von Malz im Geschmack, aber nicht so dominant wie zum Beispiel bei einem “Jurassian Imperial Stout”, um es mit einem Schweizer Bier zu vergleichen.
– Longclaw: “Saisonbier”, ziemlich hopfig, also eher bitter. Die “Zitrusnote”, welche in der Beschreibung angegeben wird, schmeckt man tatsächlich. Sowohl bei Ria als auch Raphi auf Platz zwei der Favoritenliste.
– Warlord: Ein Imperial IPA, sehr bitter, wie es sich für ein IPA gehört, starker Geschmack und mit 9 Volumenprozent auch das stärkste der Biere.
In Stellenbosch nahmen wir das grosszügige Angebot von Gerhard und Lerienne war und übernachteten bei ihnen zu Hause. Wir hatten sie auf unserer Reise in Vietnam kennengelernt auf unserem Kajak-Trip. Als wir ihnen gesagt hatten, dass wir Südafrika ebenfalls besuchen werden haben sie uns spontan eingeladen.
Wir hatten ein paar spannende Diskussionen mit den beiden über Gott und die Welt, Calvinismus und Südafrika im Speziellen, aber auch über Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die beiden planten gerade ihre Velotour entlang der Donau durch Deutschland und Österreich. Wir tauschten Reisegeschichten, Tipps und Tricks aus und genossen Gerhards super Kaffee. Er ist scheinbar noch der grössere Kaffee-nerd als wir und so gab es regelmässig starke Espressos und Cappuccinos.
Nach der Klein Karoo zog es uns wieder ans Meer. Wir hatten zuerst Mühe einen Zeltplatz zu finden, sahen dann aber das “De Hoop”-Reservat, in welches wir mit unserer Wildcard freien Eintritt haben.
Wie es sich für ein ordentliches Reservat gehört, hat es natürlich einen Zeltplatz und in diesem Fall einen wirklich hübschen. Bäume und Büschen boten Windschutz. Die Paviane waren zwar in der Nähe, kamen aber nicht ans Zelt heran. Es hatte Strom und Wasser, einen grossen Holztisch und eine schöne Feuerstelle. Was will man mehr? Wir verbrachten den Nachmittag mit einer kurzen Fahrt durch das Reservat und genossen die schöne Landschaft. Wir sahen ein paar Paviane, diverse Vögel und Antilopen. Wirklich spannend war dann aber der nächste Morgen. Wir fuhren ganz ans Meer und machten einen kurzen Spaziergang durch die Dünen und bestaunten das wilde Meer und die Klippschliefer, so eine Art südafrikanisches Murmeltier. Ein paar Recherchen ergaben aber, dass es zwar aussieht wie ein Murmeltier aber eigentlich enger mit einem Elefanten als mit unserem Murmeltier verwandt ist.
Die Klein Karoo Wüste ist ein Streifen zwischen der eigentlichen Karoo Wüste und der Küste, der zwar bereits wüstenartig ist, aber dank dem Einfluss des Meeres immer noch etwas feuchter bleibt als die eigentliche Karoo Wüste.
Für unseren Ausflug in die Klein Karoo verlassen wir für einige Tage unseren Weg entlang der Küste und fahren in Richtung Landesinneres. Zuerst fahren wir von Mosselbaai nach Oudtshoorn bis zu den Cango Caves. Den ganzen Weg über können wir beobachten wie die üppige Vegetation der Gardenroute langsam weniger wird bis nur noch seltsam gefärbte Steine und bizarr verformte Sukkulenten übrig sind.
In grossen Schritten nähern wir uns also der Garden Route. Je näher wir kommen desto grüner wird alles. In Knysna hat man effektiv das Gefühl man sitzt in einem Garten. Da Knysna im Eden-Distrikt liegt, haben auch die Hostels und Campingplätze entsprechende Namen. Wir nächtigen im “Peace of Eden” und entscheiden uns für eine Lodge statt unser Zelt, da für ein paar Tage Kälte und Regen angesagt sind.
Wir lassen es uns gut gehen, frühstücken jeden Morgen auf der Veranda des Hauptgebäudes und geniessen vegane Crepes und Omelettes mit Kaffee und Soya- oder Mandelmilch. Allgemein fanden wir in Knysna eine speziell grosse Auswahl an Soyamilch und Bio-Gemüse im Supermarkt. Sogar die lokale Filiale einer grösseren Kaffeekette hatte Cappuccinos aus spezieller Barista-Mandelmilch im Sortiment. Ein kleines Hippie-Dorf könnte man meinen, mit richtig viel Charme und einer schönen Küste.