Wir können zwar, mit Ausnahme von Dumai und dem Hostel zwischen Medan und seinem Flughafen, nur über Aceh berichten. Trotzdem scheint uns Indonesien nur wenig touristisch und vielleicht sind deshalb die Menschen extrem freundlich.Obwohl viele Menschen sehr religiös wirken, sind sie trotzdem sehr offen und tolerant zum Beispiel auch gegenüber unverschleierten Touristinnen. So wurde Ria weder aufgefordert sich ein Kopftuch anzuziehen, noch wurde sie (übermässig) seltsam angeschaut. Man muss hier vielleicht anmerken, dass wir uns allgemein versuchen “anständig” anzuziehen. Ein kleiner Kulturschock kam für uns in Sydney, wo plötzlich Hotpants und Bauchfrei wieder zu sehen waren.
Rösterei mit kleinem Ofen. Oben kommt der rohe, grüne Kaffee rein, links kommt er geröstet raus, wird gewendet bis er kühl ist und kommt dann in den Kessel, bis er abgefüllt wird.
Von Pulau Weh treten wir unsere lange Reise in Richtung Südafrika an. Unser erster Zwischenstopp ist mit der Fähre aufs Festland nach Banda Aceh, der Hauptstadt der Provinz Aceh.Aceh ist die nordwestlichste Provinz Sumatras und hat eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung. Vor einigen Jahren wurde in Aceh die Sharia, das muslimische Familien- und Strafrecht, vollständig eingeführt soweit es sich nicht mit indonesischem Recht überschneidet.
Aceh ist auch die Provinz Indonesiens, die am härtesten getrtoffen wurde von dem sehr starken Erdbeben und anschliessenden Tsunami 2004. Das Sumatra-Erdbeben, wie es in die Geschichte einging, ist eines der stärksten Erdbeben das je gemessen wurde mit einer Magnitude von über 9. Der darauffolgende Tsunami erreichte vor allem an der Westküste von Aceh eine verheerende Höhe von 15-30 Metern. In der Hauptstadt Banda Aceh selbst erreichte die Welle eine Höhe von 6-12 Metern. Da das Land an dieser Stelle ziemlich Flach ist, wurden Schiffe zum Teil bis zu zwei Kilometer landeinwerts getragen. Eines dieser Schiffe krachte auf ein Hausdach und ist nun zu einem Denkmal und einer Touristenattraktion geworden.
In diesem Blogbeitrag möchte ich etwas vom üblichen Schema abweichen. Nachdem wir nun in einigen Ländern in Südostasien in Kontakt mit der islamischen Kultur und Religion gekommen sind, hat mich das im Zusammenhang mit der momentanen politischen Diskussion in der Schweiz aber auch im Rest von Europa, speziell zum Thema Kopftuch und Burka, dazu angeregt mich vertieft mit diesem Thema zu befassen.Bereits zu Beginn unserer Südostasienreise in Singapur sind wir kurz mit der Gruppe der ethnischen Malay, die Muslime sind in Kontakt gekommen. Da wir aber nur kurz in Singapur geblieben sind und dann gleich nach Vietnam weitergereist sind, habe ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viele Gedanken gemacht.
Ausser atemberaubend schönen Korallenriffen hat Pulau Weh aber auch über Wasser einiges zu bieten. Von Medan aus sind wir wiederum mit einer zweimotorigen kleinen Propellermaschine direkt nach Sabang, der einzigen grösseren Stadt auf Pulau Weh geflogen.
Bereits die Landung ist ein kleines Abenteuer. Nach drei missglückten Landeanflügen wegen zu starkem Wind fliegt der Pilot wieder aufs offene Meer hinaus und wir befürchten bereits, dass wir statt dessen auf dem Flughafen von Banda Aceh landen würden. Wir drehen jedoch ca. eine halbe Stunde lang Kreise über dem Meer und warten auf besseres Wetter. Nach einem weiteren missglückten Landeanflug können wir dann tatsächlich mit viel Gerüttel in Sabang landen. Der Flughafen von Sabang hat nur ein Rollfeld und es gibt an fünf Tagen in der Woche einen Flug pro Tag. Entsprechend winzig ist der Flughafen.
Tauchen! Ein riesiger Punkt auf unserer To-Do-Liste, welchen wir abgesehen von Kolumbien ein bisschen vernachlässigt haben. Dies haben wir nun in Pulau Weh mit 16 Tauchgängen und dem “Advanced Open Water Diver”-Kurs aufgeholt. Alles selbstverständlich akribisch im Dive-Log sowie mit Marcos Unterwasserkamera bildlich festgehalten.
Zum Tauchen suchten wir uns eine Tauchschule mit guten Bewertungen und allen nötigen Zertifizierungen. Verena, welche wir in Medan kennengelernt hatten und mit uns nach Pulau Weh reiste, kam auch mit. Sie hat uns unser Hotel empfohlen und wir die Tauchschule. Wir legten Wert darauf, dass die Schule von Europäern (oder Amerikaner) geführt wird, da diese meistens die Sicherheitsstandards ein bisschen ernster nehmen als die Einheimischen. Die “Monster Divers”, geführt von drei Spaniern, war unsere erste Wahl. Der kostenlose Abholservice im Hotel war ein grosses Plus und wir wurden herzlich empfangen. Wir entschieden uns erstmal für zwei “Fun-Dives” um die Tauchschule kennenzulernen, zu schauen wie die Ausrüstung aussieht, ob die Guides zuverlässig sind und die Tauchgänge seriös durchgeführt werden. Sie verlangten, dass wir zuerst im Hausriff tauchen gehen (auf 5-15 Metern) damit sie sehen wie gut wir das Tauchen nach fast einem halben Jahr Pause noch im Griff haben. Das Briefing vor dem ersten Tauchgang war umfassend, mit speziellem Fokus auf die giftigen Fische. Da der erste Tauchgang gut verlief, entschieden wir uns am Nachmittag einen zweiten zu machen. Dieses Mal mit dem Boot, auf dem Plan standen 15 Minuten Unterwasservulkan, und ca. 45 Minuten “Limbo”, ein Tauchplatz gleich neben dem Vulkan. Der Vulkan war eindrücklich, man sah wie Luftblasen aus dem Boden aufstiegen und heisses Wasser aus dem Boden strömte. Die “Luft” enthielt ziemlich sicher Schwefeldioxid, was sich an der Oberfläche durch den Geruch von verfaulten Eiern bemerkbar machte.
Nach Malaysia wollten wir weiter nach Indonesien, Hauptziel Pulau Weh und schauen ob man da Tauchen kann, danach weiter in den Dschungel zu den Orang Utans oder so. Jedenfalls haben wir uns entschieden von Melaka nach Dumai die Fähre zu nehmen und dann wie wir es uns gewohnt sind mit Bus oder Zug weiter zu reisen.Wir kamen also in Dumai an und mussten feststellen, dass es wirklich nur die eine Busverbindung von Dumai nach Medan gibt, nämlich einen Nachtbus und bei der indonesischen Fahrweise war uns das dann eher unheimlich. Wir entschieden uns deshalb für einen Flug, und nach längerem Suchen entschieden wir uns via Medan zu fliegen. Zuvor genossen wir noch das “teure” Hotel (ca. 45 CHF pro Nacht), welches ein Schwimmbad, ein Dampfbad und eine Sauna hatte.
Malaysia im Allgemeinen und Kuala Lumpur im Speziellen hat auf uns ein Bisschen gewirkt wie der dreckige kleine Bruder von Singapur. Obwohl das Land natürlich zumindest flächenmässig viel grösser ist und auch eines der reichsten Länder Südostasiens, so kann KL einfach nicht ganz mithalten mit Singapur. Singapur hat einfach mehr Geld, die sauberen Strassen, den besseren ÖV, die schöneren Hochhäuser und so weiter. In Malaysia in irgendwie alles ein Bisschen dreckiger und unorganisierter aber auch ein Bisschen spannender.
Malacca (oder auch Melaka), ist eine der drei Hafenstädte in der Strasse von Malacca, die anderen zwei sind Singapur und Georgetown. In Malacca gibt es vor allem zwei grosse Communities: Malay und Chinesen, wobei die chinesische Community “Peranaka” oder “Baba-Nyonya” genannt wird.Die meisten Baba-Nyonya sind schon seit vielen Generationen in Melaka und bezeichnen eigentlich Mischfamilien aus Chinesen und Malay. Babas sind die männlichen Nachkommen, Nyonyas die weiblichen. Die Baba-Nyonya haben ihre eigene Kultur, mit starkem chinesischem Einfluss, aber auch vielen malaysischen und indonesischen Elementen. Auffallend ist das traditionelle Chinesisch mit dem viele Häuser beschriftet sind, während man das vereinfachte Chinesisch nirgends sieht. Die Geschichte der Baba-Nyonya reicht meist mehrere Generationen zurück, die meisten Familien kamen zu einer ähnlichen Zeit an, 15.-17. Jahrhundert, wie die Niederländer mit ihren Kolonien auf Java begannen und die Briten auf der malaysischen Halbinsel. Die Baba-Nyonya waren reiche Händler, welche vom regen Handel der Kolonialmächte in der Strasse von Malacca profitierten. Einen krassen Einschnitt gab es während dem zweiten Weltkrieg, als die Region von den Japanern annektiert wurde und alle chinesischen Familien flüchten mussten oder umgebracht wurden. Die Baba-Nyonya sind auch heute noch stolz auf ihre Kultur und eines der alten Häuser in Melaka wurde in ein Museum umfunktioniert um Besuchern die Kultur und Geschichte näher zu bringen.
Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, wird von den Einheimischen meist nur KL genannt. KL hat etwa 1.7 Mio Einwohner, wenn man die Agglomeration dazu zählt sind es etwa gleich viele Menschen wie in der Schweiz leben.Ähnlich wie Ipoh war auch KL früher eine Bergbausiedlung um eine Zinnmine. Ähnlich wie in Singapur gibt es auch hier ein indisches Viertel (Little India), ein chinesisches (China Town), ein arabisches Viertel, ein Business-Teil und natürlich Stadtparks, etc. Wir haben ein Hostel in der Nähe (~15 m) vom Central Market gesucht. Dort ist einiges los, man ist in Gehdistanz vom alten Bahnhof, von Chinatown und den meisten Sehenswürdigkeiten.
Ipoh lebt! Die alte Zinn-Bergbau-Stadt hat es geschafft. Das Flair das wir in Georgetown erwartet hatten haben wir hier gefunden. Auch hier gibt es ein paar verlassene Gebäude, denn nachdem in den 70er und 80er Jahren der Zinnabbau nicht mehr rentierte, begann die Stadt dies zu spüren. Sie konnte sich jedoch irgendwie retten und andere Wirtschaftszweige aufbauen.Aufgrund ihrer Nähe zu den Cameron Highlands, wo Tee und Früchte angebaut werden, ist Ipoh bei Reisenden ein beliebter Zwischenstopp. Es gibt diverse Läden welche Tee oder Früchte anbieten und kleine Viertel mit jeweils eigenem Charakter. Am auffälligsten und ausgeprägtesten ist wohl das Chinesische Viertel, mitunter auch weil zu Beginn des Bergbaus einige Chinesen als Arbeiter hierher kamen.